Trailrunning, Laufstrecken und Laufgenuss 

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Trailrunning unter der Kampenwand

22.12.2014 – Das Chiemgauer Hügelland zwischen der Ortschaft Bernau und dem Felsmassiv der Kampenwand ist ein landschaftliches Juwel und bietet Laufgenuss auf rund 1.000 Meter Höhe. Ausgebaute Wander- und Forstwege erschließen einen Großteil der Gegend – ideale Bedingungen insbesondere für Läufer, die erst am Beginn ihrer Trailrunner-Karriere stehen. Darüber hinaus warten aber auch versteckte Waldpfade für Sportler mit Abenteuerlust.

Startpunkt ist der Berggasthof Adersberg. Hierhin kann man bergauf über die beschilderte Zufahrtsstraße direkt am Eingang der Bernauer Nachbarortschaft Rottau fahren. Am kleinen Stadl auf dem Hotelparkplatz geht´s links den Wegweisern in Richtung Gederer- und Kampenwand nach. Der Bauernfahrweg umrundet einen Fischweiher, kurz danach folgt die erste Gabelung. Hier haltet ihr euch rechts (Wegweiser Seiserhof, Gschwendt, Herrenalm) und legt den Berggang ein. Nach einem kurzen Waldstück und einem Bergwiesenpfad kreuzt ihr den Wirtschaftsweg, der von der Lindlalm herabführt.

Der Pfad geht auf der anderen Seite des Wirtschaftsweges recht steil hinunter zur Herrenalm – dem „Ende der Durststrecke“, wie es so schön auf einer Holztafel am Almgebäude heißt. Dabei haben wir doch gerade erst angefangen…

Ihr lasst euch auf keinen Fall von den breiten Wirtschaftswegen rund um das Almgebäude verleiten, sondern nehmt einen Naturpfad, der von der Zufahrt links am Haus weiterführt. Dieser verliert etwas an Höhe und trifft rund 500 m weiter auf eine Forststraße. Ihr lauf 80 Meter nach links und überwindet anschließend den Bach über das rechts auftauchende Brücklein (Wegweiser Wolfsschlucht, Seiserhof – Weg 38). Schon bald ist das Tal neben euch tief eingeschnitten, ein paar Schritte abseits vom Weg könnt ihr eindrucksvolle Tiefblicke in die Wolfsschlucht genießen.

Adersberg-Trail: Waldpfad

Wegvariation für Sportler mit Abenteuergeist

An der nächsten Wegkreuzung mit Holzschildern wendet ihr euch scharf nach links und folgt dem Abschneider zur Straße nach Hintergschwendt. Der letzte Meter vor der Leitplanke der Asphaltstraße ist arg verwachsen. Macht nichts, dafür geht es leichten Fußes auf der Straße hinauf zum Wiesenplateau, auf dem sich recht hübsch die Bewohner des Bauernweilers Hintergschwendt angesiedelt haben. Im Angesicht der im Süden thronenden Kampenwand umlauf ihr die große Wiese und biegt rechts zum Dorf ab. An dessen westlichem Ende, direkt hinter einer Scheune, folgt ihr dem linken Wiesenweg zu den bewaldeten Hängen, die das Plateau nach Süden hin abgrenzen.

Es geht nun wieder bergauf, im Wald ist der Untergrund nachgiebig und etwas mühsam zu laufen. Weiter oben stoßt ihr auf eine Lichtung, die Bäume geben den Blick auf die Gebirgskette im Süden frei. Am Ende der Wiese, es geht leicht bergab, findet ihr einen Durchschlupf zur Forststraße. Sie umrundet den Stock des 1.123 m hohen Haindorfer Berges. Den 200 Meter höheren Gipfel wollt ihr euch natürlich nicht entgehen lassen. Deshalb gut Augen auf: Etwa 175 m geradeaus weiter zweigt links ein kleiner Steig ab, der in sechs Kehren durch den Hangwald hinauf führt. Oben belohnen euch Prachtblicke und eine weite Almwiese, die zum Verweilen einlädt.

Adersberg-Trail: Sameralm unterhalb der Kampenwand

Prachtblicke und weite Wiesenhänge: Sameralm und Kampenwand

Ihr lauft anschließend weglos über den nach Süden abfallenden Hang zum Gebäude der Sameralm. Von hier geht es auf dem Wirtschaftsweg rechts bis zur monströsen Forststraßen-Kreuzung. Auf ihr könnte zumindest ein Kleinflugzeug landen… Bevor es sich der ein oder andere Pilot überlegt, wählt ihr die ganz linke Straße. Für diese gibt es in 450 Metern eine hübsche Alternative: Durch das parallele Bachtal zieht sich ein gerader Waldpfad. Achtet auf den Zugang auf der linken Straßenseite. Am Ende des Bachtals liegt ein kleiner Wanderparkplatz, hier wendet ihr euch nach rechts und folgt entlang der Wirtschaftswege konsequent der Beschilderung zur Herrenalm. Nach der Abzweigung zum Seiserhof gewinnt die Strecke wieder an Höhe, 350 m weiter habt ihr den Scheitelpunkt erreicht und lauft links hinunter zur Herrenalm.

Die kennt ihr ja schon vom Hinweg, nun hängen wir noch eine Schleife dran. Bei der Alm geht es daher links in Richtung Bernau bzw. Stachl-Abling. Der Wirtschaftsweg wird schnell schmaler und verwandelt sich in einen herrlichen Naturpfad, der geschickt entlang der Bergwiese auf ein Waldstück zuführt. Wenig später wartet eine Rastbank an einer Aussichtsstelle mit Blick auf den Chiemsee. Im Wald lauf ihr abwärts bis zur beschilderten Gabelung – wie einer Hinweistafel zu entnehmen ist, stand hier einmal das landwirtschaftliche Anwesen „Stachl am Brand“. Ihr wählt den rechten Abzweiger hinauf zur Lindlalm und gönnt euch damit noch einmal einen Aufstieg über gut 150 Höhenmeter.

Adersberg-Trail: Lindlalm

Genussmoment an der Lindlalm, Blick ins Chiemgau

Dass dieser Aufstieg „dramaturgisch“ Sinn macht, erfahrt ihr, wenn ihr oben bei der Alm aus dem Wald tretet. Es gibt einen im wahrsten Sinne des Wortes krönenden Abschluss auf fast 1.000 Meter Höhe. Im Norden die weite Ebene des Chiemgaus, südlich die Alpenpracht von Hochplatte, Gedererwand und natürlich Kampenwand. Wer an dieser Stelle seine Alm errichtet, beweist Gespür für faszinierende Orte und Genussmomente.

Am Almgebäude lauft ihr links bergab und folgt dem Weg direkt zurück zum Berggasthof Adersberg.

Über den Autor

Andi Purucker – Trailrunner und Autor Andi Purucker ist leidenschaftlicher Läufer seit seiner Schul- und Gebirgsjägerzeit. Zusammen mit “Laufschrittmacher”-Kompagnon Christian Reichart entwickelte er den “Trailrunning Guide Münchner Umland”, erschienen 2013 im Bergverlag Rother. Zu Andi´s besonderen Erfahrungen gehören ein Trailrun durch das Reintal auf die Zugspitze und ein Lauf entlang der Isar von München nach Bad Tölz.”Die Laufschrittmacher” arbeiten seit 2013 am zweiten Trailrunning Guide, der die besten Laufstrecken in den Münchner Hausbergen präsentieren wird. Hauptberuflich ist Andi selbständiger Spezialist für digitale Kommunikation und berät Firmen in Sachen Web, Video und Social Media (http://aproject-media.de).Email: andi@laufschrittmacher.de

2 Antworten

  1. Hi Andi,
    wie lang ist denn diese Tour und wieviele Höhenmeter sind das in etwa?
    Danke schon mal für eine kurze Antwort.
    Viele Grüße,
    Dörte

    • Liebe Dörte,

      berechtigte Frage. Die beschriebene Strecke ist etwas über 13 km lang und überwindet knapp 800 Höhenmeter. Wir haben insgesamt drei unterschiedliche Varianten unterhalb der Kampenwand getestet. Du kannst deinen Lauf auch auf über 18 km / über 900 Höhenmeter ausdehnen. Falls du Interesse hast, schicke ich dir den entsprechenden GPS-Track per Email.

      Viele Grüße
      Andi

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